Das ist die Rohfassung eines Artikels. Er braucht noch einiges an Struktur und Feinschliff, bevor er veröffentlicht werden kann…

Auslöser

Auch uns trift es im Ortsverband nicht anders, als die anderen Ortsverbände. Es ist ein zähes Ringen um Nachwuchs. Der lokale OV wird älter, und die Jungen fehlen. Besonders auffällig ist es dann, wenn man zum Beispiel jemanden sucht, der mal auf den Mast klettert für eine Antennensanierung. Seit ein paar Jahren nun versucht der Ortsverband Bayreuth, B06 verschiedene Aktivitäten um die Anzahl an aktiven Funkamateuren in der Region wieder zu erhöhen. Im Rahmen von diesem Artikel wollten wir teilen, welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben.

Regelmäßige Kurs

Die wichtigste Basis, die wir in Bayreuth vor etlichen Jahren angefangen haben, waren sicherlich regelmäßige Kurse. Wir starten immer zu Beginn des Schuljahres und haben dann über die dunkle Jahrezeit einen Amateurfunkkurs. Anfangs haben wir versucht gleich alle Auf Klasse A anzuheben, sind dann jedoch aufgrund der hohen Abbrecherquoten zurück auf Klasse E, und seit dem neuen Lizenzmodell starten wir nun mit Klasse N. Die Teilnehmerzahlen sind überschaubar, aber nichts desto trotz kommen auch darüber jedes Jahr wieder ein, zwei, manchmal sogar drei neue Funkamateure zu uns in den Ortsverband. Wir verlangen bewusst ein bisschen etwas für den Kurs, um die Abbrecherquote zu reduzieren.

Die Kurse haben wir bisher über die normalen Wege bekannt gemacht (Flyer auf der Webseite, Rundspruch, …), aber wir müssen zugeben, dass das nur bedingt funktioniert. Die Werbung für den Kurs sollte nicht unterschätzt werden. Zuletzt konnten wir ein paar Interessenten dadurch gewinnen, dass wir beim lokalen Radiosender ein Interview gegeben haben. Wenn Radiomacher sich gegenseitig unterstützen hat das einen gewissen Charme.

Familienfeste

Wir sind über den lokalen Stadtjugendring mit anderen Vereinen vernetzt. Hier gibt es jedes Jahr ein Familienfest, auf dem wir in den letzten Jahren immer wieder präsent sind. Das hat bisher zu kaum nennenswerten Anmeldungen gesorgt, aber gleichzeitig uns doch mit dem einen oder anderen vernetzt, der von sich aus eine Lizenzprüfung ablegt. Das wiederum bedeutet letztendlich, dass man solche Familienfeste oder andere Veranstaltungen nicht als reine Werbeveranstaltungen sehen kann. Denn neben der Werbung ist ebenso wichtig, dass man als Ortsverband auch aktiv ist.

Kooperation mit der VDE Hochschulgruppe

Nachdem der DARC e.V. und die VDE sowieso bereits eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet haben, um im Bereich der Ausbildung zusammenzuarbeiten, hat sich eine glückliche Fügung ergeben, mit der wir in den Kontakt mit der lokalen Hochschulgruppe der VDE an der Universität gekommen sind. Davon haben beide Seiten stark profitiert. Auf der einen Seite war es der VDE, der durch die Aktion einige neue Mitglieder werben konnte (der VDE hat für seine Mitglieder die Kosten des Kurses übernommen), und andererseits auch der Ortsverband. Durch den Kontakt über die Hochschulgruppe war es uns möglich den Kurs in Räumlichkeiten der Universität durchzuführen. Außerdem wurde die Bewerbung des Angebots durch die lokale VDE Hochschulgruppe sehr intensiv durchgeführt. Dadurch haben sich Anmeldezahlen für den Kurs ergeben, von denen wir im regulären Kurs nur hätten träumen können. Hier haben sich für uns neue Verbindungen zu Studierenden aus den technischen Fächern ergeben, die ebenso an verschiedenen Thematiken aus dem Amateurfunk interessiert sind.

Willkommenskultur

Immer wieder ist bei uns am Clubabend jemand vorbei gekommen, der auf eigene Faust und ohne Angebot eines Kurses selbst die Lizenzprüfung abgelegt hat. Das waren Personen zwischen Klasse N und Klasse A.

Leider ist es uns nicht immer gelungen, eine deutliche Willkommenskultur zu zeigen, und die neuen herzlich in unseren Reihen zu begrüßen. Wir waren zum Teil mit unseren eigenen Themen und Gesprächen beschäftigt, und haben es daher manchmal verpasst, den Interessentinnen und Interessenten einen angemessenen Einstieg zu ermöglichen. Das hat uns meiner Meinung nach, das eine oder andere potentielle Mitglied gekostet.

Meshcore

Die neuste Aktion, die erst seit kurzer Zeit angelaufen ist, ist unsere Werbung via Meshcore. Dabei verwenden wir ganz bewusst die Frequenzbereiche aus der Allgemeinverfügung, so dass nicht nur Funkamateure Meshcore nutzen können, sondern jedermann. Durch unsere Erfahrung im Bereich UKW Funk und Zugang zu exponierten Standorten für Antennenanlagen konnten wir das lokale Mesh-Netzwerk erheblich erweitern. Das ist in der Community nicht unbemerkt geblieben. Durch das gemeinsame Interesse an dem Thema Funk sind hier sehr niederschwellige Angebote geschaffen worden, um mit uns in Kontakt zu treten. Das hat nicht nur dem lokalen Ortsverband weiter geholfen, sondern war ein weiterer kleiner Baustein in der Zusammenarbeit mit benachbarten Ortsverbänden.

Ein Hinweis auf die Webseite unseres Ortsverbands ist innerhalb von Meshcore gut sichtbar platziert; da wir die Namen der Repeater ergänzen um den Kurzlink zur OV-Webseite: darc.de/b06 . Das, in Kombination mit Einladungen in den öffentlichen Kanälen, wenn unser nächster Clubheimabend ansteht, hat bereits für viele neue Kontakte gesorgt.

Fazit

Aus meiner persönlichen Meinung ist das Thema Mitglleiderwerbung, oder zumindest Funkamateurgewinnung ein essentielles Thema in den nächsten Jahren, das uns alle beschäftigen wird, oder zumindest sollte

Eine erfolgreiche Mitgliedergewinnung besteht für mich aus vier Komponenten:

  1. Das wiederkehrende Angebot von Kursen ermöglicht Personen, die einen Anstoß brauchen, einen einfachen Einstieg.
  2. Durch Zusammenarbeit mit anderen Organisationen kann man die Kräfte gut bündeln, und am Ende so etwas schaffen, von dem möglichst alle profitieren können. In unserem Fall war es die lokale Hochschulgruppe des VDEs, aber genauso könnten es Fablabs oder Hackerspaces sein.
  3. Man darf auch allgemeine Aktivitäten des Ortsverbandes nicht unterschätzen. Nicht, weil diese sofort zu einem Mitgliederansturm sorgen, aber weil es wichtig ist, zu zeigen, dass der Ortsverband lebt, und Interessenten nicht als Karteileichen in einem Verein landen.
  4. Eine deutliche Willkommenskultur ist entscheidend, um die motivierten Interessentinnen und Interessenten nicht zu vergraulen. Hier erfordert es eine Unterstützung aus der großen Gruppe heraus. Denn wenn man Gespräche nicht nur weiterführt, sondern Kontext und eine Einordnung anbietet, kann man von dem Wissen und der Unterstützung der Interessentinnen und Interessenten profitieren.